Schützenverein Holdorf

Geschichte

Die Entwicklung des Vereins ab 1986

Seit Beginn der 80er Jahre wurde immer deutlicher, dass die Schießhalle nicht mehr zeitgemäß war. Es fehlte vor allem eine Zentralheizung, aber auch die sanitären Anlagen entsprachen nicht mehr den Anforderungen.

Präsident Alfred Wernke entwickelte mit Architekt Bernhard Sieve ein Konzept, die Schießhalle zu modernisieren. Als sich beim Nachschießen 1987 auf dem KK-Stand um Haaresbreite ein Schießunfall ereignete, wurde den Verantwortlichen bewusst, dass auch hier keine ausreichende Sicherheit gegeben war.

In den folgenden Vorstandssitzungen wurden die Weichen für einen kompletten Neubau der Schießhalle mit modernen Schießständen gestellt. Ein Bauausschuss erarbeitete zusammen mit dem Vorstand und dem Architekten, Schützenbruder Helmut Völkerding, ein schlüssiges Konzept.

Die Finanzierung des Bauvorhabens lag bei unserem Schatzmeister Walter Bavendiek in guten Händen. Die Gemeinde Holdorf unterstützte die Errichtung einer modernen Schießsportanlage mit einem ansehnlichen Zuschuss. In einer Mitgliederbefragung baten die Kompanieführungen jeden Schützenbruder um Arbeitsleistung, eine Spende und den Kauf von Bausteinen. Der Erfolg war so überwältigend, dass die Generalversammlung am 31. Jan. 1988 grünes Licht erteilen konnte.

Schon Ende 1987 ließen sich 9 Vereinsmitglieder in Oldenburg zu amtlich beglaubigten Schießwarten ausbilden. Der Vorstand ging – ja auch mit Recht – davon aus, dass mit dem Bau der neuen Anlage der Schießsport in Holdorf starken Aufschwung nehmen würde.

Die einjährige Bauphase von Juli 88 bis Juli 89 musste nur kurz unterbrochen werden, da im Rahmen der 800-Jahrfeier der Gemeinde Holdorf auf unserer Anlage die erste Holdorfer Gewerbeschau stattfand. Wieder einmal zeigte sich, wie wertvoll unser Platz wegen seiner zentralen Lage für die Allgemeinheit ist. Dennoch gingen die Arbeiten zügig voran; die freiwillige Mithilfe unserer Schützenbrüder, ob alt oder jung, war großartig.

Am 7. Juli 1989 wurde in einer Feierstunde die neugestaltete Anlage eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt. Viele Gäste und Besucher beglückwünschten uns, voll der Bewunderung und Anerkennung für die geleistete Arbeit.

Einweihung der Schießhalle am 07.07.1989

In den Jahren 1982 bis 1988 traten viele ältere verdiente Mitglieder von ihren Posten zurück. Junge Schützenbrüder traten an ihre Stelle. Gerade ihnen verdankt der Verein neue Impulse. Anfang der 90er war der Umbruch vollzogen.

Einen besonderen Einschnitt stellten die Rücktritte unseres Präsidenten Alfred Wernke im Jahr 1993 und des Schatzmeisters Walter Bavendiek 1996 dar: ein erfolgreiches Gespann, das über Jahrzehnte den Verein geführt hatte, beginnend mit den Neuanfängen nach dem Krieg. Präsident Heinrich Baumann würdigte die großen Verdienste, lobte ihren Einsatz und ihre Treue, ihre stete Kameradschaft und ihren Weitblick und zeichnete sie mit dem Großherzog – Orden aus.

Die Regimentsführung lag nun nach der Zeit „der alten Kämpen“ Heinrich Völkerding, Franz Böckmann, Heinrich Kampers und Aloys Echtermann seit 1992 in jüngeren Händen. Rolf Werner, seit 1987 Stellvertreter, war seit 1992 Regimentskommandeur. Mit Sigrid Dinkgrefe wurde 2002 die erste Frau in den Vorstand gewählt.

Unter den Schützenbrüdern Manfred Klöpper und Uwe Landwehr wurde 1996 in den neuen Baugebieten die „5. Kompanie Bäkeesch“ gegründet.

Um die Kommunikation zwischen dem Vorstand und den Schützenbrüdern und – schwestern zu fördern und den Verein und seine Arbeit sowohl in als auch außerhalb der Gemeinde bekannt zu machen, richtete Schützenbruder Nicolas Vogt 2004 eine stark besuchte Internet – Seite ein. Alle Schützenbrüder sind zur Mitgestaltung herzlich eingeladen.

Im Herbst des Jahres 2004 konnte unser Schützenverein den größten sportlichen Erfolg seiner Geschichte verzeichnen. Mit Josef Thöle, Alfons gr. Kamphake und Gerd Middendorf stellte unser Verein die Deutschen Meister der Seniorenklasse A in der Disziplin Luftgewehr Auflage. Josef Thöle wurde zudem Deutscher Vizemeister in der Einzelwertung.

Im Jahr 2005 stellte sich Präsident Heinrich Baumann nicht zur Wiederwahl. Da mit ihm noch weitere drei Mitglieder aus dem Vorstand ausschieden, war der Weg frei, einen Umbruch zu starten. So wurde auf der Generalversammlung am 28. Februar 2005 ein deutlich verjüngter Vorstand gewählt. Neuer Präsident wurde Richard Zumloh. Durch die Unterstützung „alter“, erfahrener Vorstandsmitglieder war der Weg frei, um die Zeichen auf „Zukunft“ zu stellen.

Am 16. Oktober 2005 bescherte unser Schützenbruder Werner Sporkmann den größten sportlichen Erfolg eines Einzelschützen auf nationaler Ebene. Mit unglaublichen 300 Ringen errang er die Deutsche Meisterschaft in der Disziplin Luftgewehr-Auflage bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren in Dortmund. Dieses famose Ergebnis wurde durch einen vierten Platz von Gerd Middendorf noch abgerundet. Auch er hatte 300 Ringe erzielt. Die Feierlichkeiten in Holdorf dauerten bis tief in die Nacht an. Einige Monate später stellte Werner Sporkmann dann bei den Kreismeisterschaften mit 300 Ringen in der gleichen Disziplin seine bestechende Form unter Beweis und zeigte wieder einmal, dass alle Titelanwärter in der Seniorenklasse grundsätzlich aus Holdorf kommen.

Werner Sporkmann – Deutscher Meister 2005 in der Disziplin LG-Auflage

Wegen des desolaten Bauzustands der alten Festhallen wurde 2006 das Schützenfest zum ersten Mal in einem Großzelt gefeiert. Die Erfahrungen waren gut, das Feiern angenehm, denn der Besuch war großartig und die Stimmung im Festzelt prächtig. Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins waren die Mädchen zum Schießen um den Kinderkönig zugelassen. Sie legten sich sofort mächtig ins Zeug und stellten mit Lara Dinkgrefe die erste Königin.

Gleich nach dem Fest begannen die Bauarbeiten am Kleinkaliberstand. Diese Arbeiten waren aufgrund der notwendigen Schießstandabnahme und der Änderungen im Waffengesetz notwendig geworden. Schießwart Rolf Kettelmann konnte sich auf seine Helfer verlassen. Die behördliche Abnahme erfolgte ohne Beanstandung.

Im Mai 2007 begann der endgültige Abriss der Festhallen. Alle Gebäudeteile einschließlich der Umkleide und der Küche fielen den Abräumbaggern zum Opfer. Stück für Stück verschwand das zuletzt 1300 m² große Gebäude. Ein Stück alter Schützenplatzgeschichte ging zu Ende. Über 100 Jahre hatte an dieser Stelle das Tanzzelt gestanden.

Abriss der Schützenhalle

Gleichzeitig wurde heftig um das Für und Wider zum Bau eines Dorfgemeinschaftshauses gestritten, bis der Vorstand in 2008 eine endgültige Entscheidung herbeiführte. Aufgrund der entwickelten Vorstellungen von einem Gemeinschaftshaus bei Berücksichtigung aller Bauauflagen war der Kostenrahmen auf 680 000 € angestiegen, eine Summe, die vom Schützenverein unter Berücksichtigung der zugesagten Zuschüsse, der geplanten Kreditaufnahme und der zugesagten Spenden und Arbeitsleistungen nicht getragen und finanziert werden konnte. Im Februar 2009 wurde das Projekt aufgegeben.

Auf der Mitgliederversammlung 2008 stellten die Schützen ihrem wiedergewählten Präsidenten Richard Zumloh eine fast durchweg neue Vorstandsriege zur Seite:

Richard Zumloh (Präsident), Nicolas Vogt (stellv. Präsident), Robert Hemmelgarn (Schatzmeister), Frank Schlarmann (stellv. Schatzmeister), Sigrid Dinkgrefe (Schriftführerin), Jan-Dierk Brand (stellv. Schriftführer), Andreas Prues (Platzkommandant), Bernd Klostermann (stellv. Platzkommandant), Rolf Kettelmann (Schießwart), Michael Thöle (stellv. Schießwart), Uwe Landwehr (Regimentskommandeur), Stefan Trimpe (stellv. Regimentskommandeur), Inge Horstmann (Frauenbeauftragte), Paul Lindemann (Jugendbeauftragter), Willi Helms (Knobelwart), Christian v. Lehmden (Musikmeister), Gerd Middendorf (Jugendschießwart), Heinz Heiker und Werner Westermann (Ehrenmitglieder).

Vorstandsmitglieder 2008

Das gesamte Jahr 2009 stand ganz im Zeichen der umfangreichen Sanierung der Schießhalle. Das Dach der der Schießhalle wurde erneuert, die Außenfassaden neu gestrichen, und ein neuer Thron für die Könige des Vereins wurde errichtet. Ermutigt von der positiven Kritik vieler Festbesucher wurden die Arbeiten an der Halle bis in den Herbst hinein fortgesetzt. Im folgenden Jahr begann die Neugestaltung des Schützenplatzes. Das alte Pflaster wurde aufgenommen und auf Paletten gestapelt. Danach wurde der Höhenausgleich zwischen den beiden Platzebenen vorgenommen und die alte Begrenzungsmauer abgerissen. Nach fachgerechter Beratung durch einen Förster wurden die kranken Bäume entfernt und das Wurzelwerk gerodet, so dass spätere Neuanpflanzungen möglich sind. Begrenzungsmauern wurden errichtet, Bordsteine gesetzt, das Pflaster verlegt, Ableitungs- und Versorgungsleitungen für Wasser und Elektrizität wurden nicht vergessen. Alles in allem: Ein schlüssiges und ansprechendes Gesamtkonzept wurde verwirklicht. Den wenigen eifrigen Helfern und den beiden Platzkommandanten müssen wir für ihre tolle Leistung höchste Anerkennung zollen.Die Neugestaltung des Platzes wurde dann im Frühjahr 2011 mit der Einzäunung des gesamten Schützenplatzgeländes und der Erneuerung der Eingangstore fortgesetzt. Auch einige Neuanpflanzungen wurden getätigt.- Jetzt ist der Schützenplatz wieder das, was er immer war: eine grüne Oase im Herzen der Gemeinde.

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